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21. June 2021

Die Arbeitswelt der Zukunft im Krankenhaus ist flexibel

Dritter Healthcare Hackathon an der Universitätsmedizin Mainz prämiert innovative Lösungen für den Gesundheitssektor
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Beim 3. Mainzer Healthcare Hackathon haben interdisziplinäre Teams aus Pflegenden, Ärzten, Programmierern, Technikern und Fachexperten Lösungen für die Medizin der Zukunft erarbeitet. Foto: TRENDFREI Robert Hiltl

Im Rahmen des 3. Mainzer Healthcare Hackathons haben am vergangenen Wochenende rund 400 Teilnehmende online und an der Universitätsmedizin Mainz vor Ort Lösungen für die Medizin der Zukunft erarbeitet und einer hochkarätigen Jury präsentiert. Im Fokus der Arbeitsgruppen standen die Themen Bau, Mobilität und moderne Ansätze zur Arbeitsgestaltung. Darüber hinaus haben interdisziplinäre Teams aus Pflegenden, Ärzten, Programmierern, Technikern und Fachexperten innovative digitale Konzepte für den Einsatz in der medizinischen Forschung und Lehre sowie in der Patientenversorgung entwickelt. Der erste Jury-Preis von 20.000 Euro ging an ein Team aus Klinikmitarbeitenden und ver.di-Vertretern für ihre Vision der Arbeitswelt der Zukunft im Krankenhaus.

Das Gewinnerteam des 3. Mainzer Healthcare Hackathons hat konkrete Ansätze für die Arbeitswelt im Krankenhaus im Jahr 2030 sowohl für den Pflege- und medizinischen Bereich als auch für die Verwaltung erarbeitet. Im Fokus der Arbeitsgruppe, bestehend aus Mitarbeitenden der Universitätsmedizin Mainz und Mitgliedern des Personalrats sowie Vertretern von ver.di, standen die Themen Flexibilität, Mobilität und Nachhaltigkeit. Die Arbeitsgruppe erhält eine Anschubfinanzierung in Höhe von 20.000 Euro für die Weiterentwicklung und Umsetzung ihrer Ideen. Ziel ist es, auch den Pflegenden eine flexible Arbeitszeitgestaltung zu ermöglichen. Unter anderem sollen dafür Strukturen und Prozesse geschaffen werden, die es Mitarbeitenden ermöglichen, ihre Arbeitszeiten selbstständig im Team zu planen. Darüber hinaus sollen die Kinderbetreuungsangebote erweitert und flexibilisiert werden. Vorgesehen ist außerdem die Programmierung einer App zur Organisation von Fahrgemeinschaften.

„Beim Healthcare Hackathon wurden konkrete Lösungen für die Medizin von morgen gesucht und gefunden. Wir sind stolz darauf, dass wir bereits zum dritten Mal Gastgeber für dieses erfolgreiche Arbeitsforum gewesen sind“, betont Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, Vorstandsvorsitzender und Medizinischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz.

Neben elf deutschen Universitätskliniken haben sich regionale Krankenhäuser und Hochschulen, das health innovation hub des Bundesministeriums für Gesundheit, die Landeshauptstadt Mainz, Industrieunternehmen wie IBM, Deutsche Telekom und Siemens Healthineers, verschiedene Biotech-Startups und Krankenkassen sowie die Dienstleistungsgesellschaft ver.di an der Hybrid-Veranstaltung beteiligt.

„Es war auch in diesem Jahr spannend zu beobachten, wie die fachliche Durchmischung der Gruppen die Teilnehmenden gegenseitig befruchtet und zu herausragenden Ergebnissen geführt hat“, berichtet PD Dr. Christian Elsner, Kaufmännischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz und Initiator für die Ausrichtung des Healthcare Hackathons in Mainz.

Mit dem Thema Biotech-Cluster Mainz hat sich ein Team aus Studierenden der Hochschule Mainz beschäftigt. Im Rahmen der Arbeitsgruppe wurden Ansätze diskutiert, wie Forschung, Industrie und Startups optimal vernetzt werden können, um für alle Beteiligten den fruchtbarsten Boden zu bieten. Als Basis für die konkrete Entwicklung eines Biotech-Standorts rund um die Universitätsmedizin Mainz sind zudem unterschiedliche Modelle im 3D-Druckverfahren entstanden.

Auch im Bereich eHealth wurden innovative Lösungen entwickelt und vorgestellt.

Um die Versorgung von Patienten mit Epilepsie zu verbessern, hat eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe ein smartes Monitoringsystem entwickelt. Dieses überwacht die Sauerstoff- und Pulswerte der Betroffenen in Echtzeit und kann im Bedarfsfall mittels einer App einen Alarm auslösen.

Ein Team um Mitarbeitende der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Mainz hat sich damit auseinandergesetzt, wie Schulungsmaßnahmen in Virtual Reality und Schulungen unterstützt durch Augmented Reality in der Notfallmedizin eingesetzt und verbreitet werden können. Behandlungsräume und deren Ausstattung sollen künftig als 360°-Film aufgezeichnet werden und so interaktiv begehbar sein.

Wie die Registrierungs-App des COVID-19-Testzentrums der Universitätsmedizin Mainz auch für die Digitalisierung von Anmeldeprozessen im Bereich von Klinikambulanzen adaptiert werden kann, war Gegenstand einer Hackathon-Arbeitsgruppe, die von Mitarbeitenden aus der Hautklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz angeregt wurde. Das Team entwickelte eine App speziell für die Urtikaria-Sprechstunde (Nesselsucht-Sprechstunde). Das Besondere: Ein App-internes Auswahlsystem erkennt anhand der angegebenen Daten, ob die Sprechstunde für den Patienten geeignet ist und vermittelt gegebenenfalls passendere Anlaufstellen.

„Wir freuen uns über die sehr rege Teilnahme trotz erschwerter Verhältnisse durch die Corona-Bedingungen. Der Mainzer Healthcare Hackathon ist ein etabliertes Format geworden“, sagt Elsner.

Weitere Informationen zu den Arbeitsgruppen und Entwicklungen beim Healthcare Hackathon: www.healthcare-hackathon.de

 

Bildunterschrift: Beim 3. Mainzer Healthcare Hackathon haben interdisziplinäre Teams aus Pflegenden, Ärzten, Programmierern, Technikern und Fachexperten Lösungen für die Medizin der Zukunft erarbeitet.

Bildquelle: TRENDFREI Robert Hiltl

 

Kontakt:
PD Dr. Christian Elsner, Kaufmännischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz,
Telefon: 06131 17-7225, E-Mail:  kaufm.vorstand@unimedizin-mainz.de


Pressekontakt:
Veronika Wagner, Unternehmenskommunikation, Universitätsmedizin Mainz,
Telefon: 06131 17-8391, E-Mail:  pr@unimedizin-mainz.de


Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich mehr als 300.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.000 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie mehr als 600 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 8.600 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de.