Visual Universitätsmedizin Mainz

30. November 2021

Professoren der Universitätsmedizin Mainz mit Jeantet-Collen-Preis für Translationale Medizin ausgezeichnet

Auszeichnung geht an Özlem Türeci und Ugur Sahin sowie an die Wissenschaftlerin Katalin Karikó
Newsbild

Univ.-Prof. Dr. Özlem Türeci und Univ.-Prof. Dr. Ugur Sahin erhalten den Jeantet-Collen-Preis für Translationale Medizin. Bildquelle: © BioNTech SE 2021, all rights reserved

Die Forschenden Univ.-Prof. Dr. Özlem Türeci und Univ.-Prof. Dr. Ugur Sahin sowie Prof. Dr. Katalin Karikó teilen sich den Jeantet-Collen-Preis für translationale Medizin für die Konzeption und Entwicklung von mRNA-basierten Impfstoffen, die Schutz vor dem SARS-CoV-2-Virus bieten. Sahin ist seit 2006 Professor für Translationale Onkologie und Immunologie an der Universitätsmedizin Mainz, Türeci ist seit 2002 als Privatdozentin für Krebsimmuntherapie und seit 2021 Professorin für Personalisierte Immuntherapie an der Universitätsmedizin Mainz tätig. Beide sind Gründer des Unternehmens BioNTech, einer Ausgründung der Universitätsmedizin Mainz.

Die Arbeiten von Ugur Sahin, Özlem Türeci und Katalin Karikó auf dem Gebiet der Boten-Ribonukleinsäure (mRNA) für therapeutische Zwecke gipfelten in der schnellen Entwicklung eines Impfstoffs gegen SARS-CoV-2, der eine wesentliche Rolle bei der weltweiten Eindämmung der COVID-19-Pandemie gespielt hat.

Die Louis-Jeantet-Preise zeichnen jedes Jahr Spitzenforscher:innen aus, welche in einem der Mitgliedstaaten des Europarats forschen. Sie dienen nicht nur der Auszeichnung einer bereits abgeschlossenen Arbeit, sondern ermutigen auch die Fortsetzung innovativer Forschungsprojekte. Stehen die entwickelten Therapien kurz vor der Einführung in den medizinischen Alltag, wandelt sich einer der beiden jährlich vergebenen Louis-Jeantet-Preise in den Jeantet-Collen-Preis für translationale Medizin um und wird durch die Désiré-Collen-Stiftung unterstützt.

Die beiden nun verliehenen Preise der Louis-Jeantet-Stiftung sind mit jeweils 500.000 Schweizer Franken dotiert, wovon 450.000 Schweizer Franken für die Finanzierung der Forschungsarbeiten der Preisträger:innen und 50.000 Schweizer Franken zum persönlichen Gebrauch bestimmt sind. Ugur Sahin, Özlem Türeci und Katalin Karikó werden den Preis dazu nutzen, ihre Forschung über mRNA-basierte Impfstoffe und Immuntherapien weiter zu vertiefen.

Die 1983 gegründete Louis-Jeantet-Stiftung ist das Vermächtnis von Louis Jeantet, eines französischen Geschäftsmannes. Die in Genf ansässige Stiftung bemüht sich um die Anerkennung und Förderung des medizinischen Fortschritts im Sinne des Allgemeinwohls. Die Stiftung wendet rund 2,5 Millionen Schweizer Franken pro Jahr für die Unterstützung der biomedizinischen Forschung auf. Auf lokaler Ebene unterstützt die Stiftung die Entwicklung der Forschung und Lehre an der medizinischen Fakultät der Universität Genf.

Über Ugur Sahin, Özlem Türeci und Katalin Karikó:

Ugur Sahin, geboren 1965, studierte Medizin an der Universität Köln und arbeitete während seiner Doktorarbeit im Bereich der Krebsimmuntherapie. Er arbeitete dann als Arzt und Wissenschaftler in Köln, Homburg, Zürich und Mainz bevor er 2006 zum Professor für Translationale Onkologie und Immunologie an der Universitätsmedizin Mainz ernannt wurde.

Özlem Türeci, geboren 1967, studierte Medizin an der Universität des Saarlandes in Homburg. Sie habilitierte an der Universitätsmedizin Mainz, wo sie seit 2002 als Dozentin für Krebsimmuntherapie tätig ist. Seit 2021 ist sie außerdem Professorin für Personalisierte Immuntherapie an der Universitätsmedizin Mainz.

Katalin Karikó, geboren 1955, studierte Biochemie an der Universität Szeged in Ungarn, wo sie auch promovierte. Anschließend arbeitete sie als Postdoktorandin an der Temple University in Philadelphia, bevor sie zur Honorarprofessorin an der Universität Pennsylvania ernannt wurde, wo sie die RNA-vermittelte Immunaktivierung untersuchte. Seit 2021 ist sie Professorin an der Universität Szeged.

Ugur Sahin, Özlem Türeci und Christoph Huber gründeten im Jahr 2001 das Unternehmen Ganymed Pharmaceuticals, ein Spin-Off der Universitätsmedizin Mainz, das monoklonale Antikörper gegen neuartige, von ihnen entdeckte Oberflächenziele von Krebszellen zur Bekämpfung von Speiseröhren- und Magen-Darm-Krebs entwickelte. Im Jahr 2008 waren sie Mitgründer:innen des Biotechnologieunternehmens BioNTech – ebenfalls eine Ausgründung der Universitätsmedizin Mainz –, in dem Ugur Sahin als CEO und Özlem Türeci als Chief Medical Officer (CMO) tätig sind. Katalin Karikó kam im Jahr 2013 zu BioNTech.

Ugur Sahin, Özlem Türeci und Katalin Karikó haben zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den Deutschen Zukunftspreis (Huber, Karikó, Sahin und Türeci), das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland (Sahin und Türeci), den Preis der Ruhmeshalle der deutschen Wissenschaft (Sahin und Türeci), den Paul-Ehrlich-Preis (Sahin, Türeci und Karikó), den Breakthrough Prize in Life Sciences und den Lasker-DeBakey Clinical Medical Research Award (Karikó).

 

Weitere Informationen:

 

Bildunterschrift: Univ.-Prof. Dr. Özlem Türeci und Univ.-Prof. Dr. Ugur Sahin erhalten den Jeantet-Collen-Preis für Translationale Medizin.
Bildquelle:
© BioNTech SE 2021, all rights reserved

 

Pressekontakt:
Dr. Tasso Enzweiler, Leiter Unternehmenskommunikation, Universitätsmedizin Mainz,
Telefon: 06131 17-7424, E-Mail:  pr@unimedizin-mainz.de


Gisou van der Goot, Sekretär des wissenschaftlichen Ausschusses der Louis-Jeantet-Stiftung,
Telefon: +41 (0)21 693 14 82, E-Mail:  vandergoot@jeantet.ch


Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich mehr als 320.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Mehr als 3.500 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 700 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 8.700 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de.
[Zahlen: Stand 2021]