Visual Universitätsmedizin Mainz

Hormonrefraktäres Prostatakarzinom (mHRPC)

Was ist ein mHRPC?

Das Prostatakarzinom ist mittlerweile der häufigste Tumor des Mannes in den westlichen Industrieländern. Etwa 1 von 10 Männern besitzt bei Erstdiagnose des Prostatakarzinoms bereits Metastasen (Tumorabsiedlungen). In diesem Stadium ist eine Heilung nicht mehr möglich. Jedoch kann durch eine Hormonblockade das Fortscheiten der Erkrankung verzögert werden. Allerdings ist diese Blockade zeitlich begrenzt. Ein späteres Fortschreiten der Tumorerkrankung ist trotz Hormontherapie ist unvermeidbar. Diesen Zustand bezeichnet man als metastasiertes, hormonrefraktäres Prostatakarzinom (mHRPC). Durch Chemotherapie sowie unterstützende Maßnahmen (z.B. Bestrahlung, Bisphosphonattherapie, Schmerztherapie, Harnableitung) lässt sich jedoch ein Fortschreiten der Erkrankung in den meisten Fällen verlangsamen und klinische Beschwerden reduzieren. 

Wieso wird das Prostatakarzinom hormonrefraktär?

Der genaue Grund, weshalb das Prostatakarzinom im weiteren Verlauf „hormonunabhängig“ wird, ist bisher nicht sicher geklärt und ist momentan Gegenstand experimenteller und klinischer Forschung.

Welche Hinweise gibt es für das Vorliegen eines mHRPC?

Folgende Umstände können auf das Vorliegen eines hormonrefraktären Prostatakarzinoms hinweisen:   Die Klinik: Zunehmende Tumorschmerzen unter einer laufenden Hormontherapie   Die Labordiagnostik: Ansteigende PSA-Werte (prostataspezifisches Antigen) unter einer laufenden Hormontherapie   Die Bildgebung: Zunahme der Metastasenlast in der radiologischen (z.B. Röntgenbild, Computertomogramm) oder nuklearmedizinischen (Knochenszintigramm) Untersuchung.

Wie wird das mHRPC therapiert? 

Chemotherapie

Bis vor wenigen Jahren galt das Prostatakarzinom als chemotherapieresistenz. Im hormonrefraktären Status konnte zu diesem Zeitpunkt nur symptomatisch therapiert werden. Seit 2004 ist Docetaxel, ein Taxan, als Erstlinientherapie beim hormonrefraktären Prostatakarzinom zugelassen. Docetaxel wird aus der europäischen Eibe gewonnen und sorgt für eine Hemmung der Zellteilung. Bösartige Tumore haben eine hohe Zellteilungsrate und werden somit an Ihrem Wachstum gehemmt. Internationale Studien haben gezeigt, dass sich ein Fortschreiten des Prostatakarzinoms mit Docetaxel in vielen Fällen temporär aufgehalten werden kann und somit zu einer signifikanten Lebensverlängerung und Schmerzsenkung führt. Das Medikament ist im allgemeinen so gut verträglich, dass die entsprechende Therapie ambulant durchgeführt werden kann. Sollte die Therapie mit Docetaxel nicht mehr ansprechen ist, bei entsprechend klinischer Voraussetzung, z.B. eine Zweitlinientherapie mit Mitoxantron möglich.    

Schmerztherapie

Bei fortgeschrittenem Tumorleiden steht die Beseitigung von Tumorschmerzen an vorderster Stelle. Durch verschiedene Schmerzmedikamente kann eine adäquate Schmerzunterdrückung erfolgen. Um dabei einen hohen Standard zu gewährleisten, arbeiten wir eng mit dem chronischen Schmerzdienst der Uniklinik Mainz zusammen.  

Bestrahlung

Bestehen Knochenmetastasen, die entweder bruchgefährdet sind oder deren Schmerzen sich nicht durch eine systemische Therapie unterbinden lassen, kann eine Bestrahlung sinnvoll sein. Sollte eine Indikation hierfür bestehen, wird der Patient umgehend der Abteilung für Strahlentherapie vorgestellt.    

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